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Jana Haas
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Bewusstseinserweiterung in Verbindung mit Psychologie und Spiritualität heute.

Zu allen Zeiten war der Mensch suchend. Spätestens wenn der Körper nicht mehr einwandfrei funktionieren kann, kommt die Besinnung auf höhere Werte und Selbstwahrnehmung.

Über die körperlichen Symptome stellt sich die Frage nach ihrem psychischen Hintergrund. Die Suche dabei kann sehr vielfältig sein, sie muss die Zusammenhänge des Körpers, der Seele und des Geistes berücksichtigen. Nur wenn der Mensch sich über seine Handlungen, Gefühle und Gedanken klar wird, verspürt er seine höhere Führung.

Es wird deutlich, dass der Mensch nicht nur aus der Materie besteht, sondern auch einem energetischen Fluss unterliegt. Immer mehr treten Fragen auf, wie: Wo komme ich her?, Wer bin ich? und Wo gehe ich hin?

Von der Wertschätzung des äußeren Lebens erwacht die Besinnung auch auf die inneren Werte.

 

Dieser Zusammenhang ist jedoch auch in anderen Lebensbereichen erlebbar. Wir bekommen zum Beispiel eine Ahnung vom inneren Wirken über die Träume.

In diesen bearbeitet das Unterbewusste alle Ereignisse, wie auch den geistigen Impuls, welchen das Höhere Selbst einem immer wieder schickt.

Auch durch die täglichen Begegnungen mit den Menschen können wir erleben, welche inneren Impulse uns ihr Wissen und ihre Weisheit schenkt. Dabei können wir unsere Prägungen und Muster beobachten, welche aus dem Inneren die äußeren Umstände beeinflussen.

Jeder Mensch ist ein vollwertiges Wesen und hat auf seinem Weg zu lernen, sein Unterbewusstsein so zu nutzen, dass er sich immer mehr aus seinem Höheren Selbst zum Licht entwickelt.

Durch spirituelle Praxis, wie zum Beispiel durch Meditationen, geistige Übungen, Achtsamkeit, entspanntes Atmen, spirituelles Wissen und innere Weisheit erfährt jeder Erkenntnisse über sein Inneres und sein Verhalten.

Eine besonders große Rolle stellen die Engel mit ihren Weisheiten dar. Gerade die Schutzengel kennen unseren Lebensplan und unsere Entwicklung am besten und inspirieren uns mit ihrer Botschaft, im Hier und Jetzt daran anzusetzen. Die Erzengel spielen in der gesamtmenschlichen, psychologischen Entwicklung der inneren Werte für das Wirken im Außen eine bedeutende Rolle. Denn durch die Hilfe der Engel wird der göttliche Plan auf der Erde, durch jeden einzelnen Menschen erfüllt.

Auf diesen Grundwerten aufbauend verändern wir unseren Blickwinkel und unsere Gewohnheiten, lösen damit bewusst wie auch unterbewusst karmische Blockaden und aktivieren Selbstheilungskräfte.

Wenn wir uns in dieser glückseligen Kraft befinden, erfahren wir Lebenssinnerfüllung, wahre Mitmenschlichkeit und innere Sicherheit, also Urvertrauen.

 

All dies führt zur Bewusstseinssteigerung in Eigenständigkeit und freiem Willen. Diese Entwicklung ist auch die Absicht der Psychologie, welche zum Beispiel durch Entspannung, Trance und Selbstwahrnehmung erreicht werden will. Psychologie braucht somit mehr spirituelles Wissen über die Lebenssinnerfüllung des Menschen und Spiritualität benötigt mehr psychologisches Wissen über den aktiven Umgang mit seinem Unterbewussten.

 

© 07/2009     Jana Haas

Grundlagen einer ganzheitlichen, spirituellen („beseelten“) Psychologie

In der heutigen Zeit der vielfachen Zersplitterung von Lebenskräften stellt sich immer mehr die Frage, wie die Lebenskräfte der Menschen auf neue einfache, und schöne Weise wieder gebündelt und zusammengebracht werden können, damit ein erfülltes, glückliches und auf Wachstum, Harmonie und Lebenssinn ausgerichtetes Leben möglich ist - individuell, aber auch und zunehmend gesellschaftlich. Die Menschen dürsten immer mehr nach Lebenssinn und Erfüllung. Körper, Geist und Seele können daher immer weniger als getrennt voneinander betrachtet werden, wenn dieses Ziel erreicht werden soll.

Welcher Stellenwert kommt hier der Psychologie und im Besonderen der Psychotherapie zu? Welche Konzepte innerhalb der Psychotherapie sind hier sinnvoll?

Grundsätzlich gesprochen muss von einem anderen Blickwinkel als dem traditionellen ausgegangen werden. Der traditionelle sieht grob gesagt so aus: Ein Mensch hat ein bestimmtes Leiden, oft ein körperliches auch, und begibt sich in Behandlung, Eventuell und zunehmend ergibt es sich, dass auch mögliche psychische Hintergründe einer Krankheit angesprochen werden. Er oder sie geht dann vielleicht auch zum Psychologen, dessen gesellschaftlich definierte (und über die Bestimmungen der Krankenkassen umgesetzte) Aufgabe es ist, den Menschen wieder von seinen Symptomen „zu befreien“, damit er wieder mehr lebensfähig (oft genug gleichgesetzt mit arbeitsfähig) wird. Fragen des Lebenswegs, des Lebenssinns, des Bewußtseins, des Wachstums, der Erfüllung kommen in diesem gesellschaftlich vorgegebenen Plan zwar vor, aber haben eine unsystematische und periphere Stellung. Der Mensch kann heute, drastisch gesagt, von Glück reden, trifft er auf einen (Psycho-)Therapeuten (es kann genausogut ein Arzt sein!), dessen Bewußtsein von der Art ist, dass er auch auf diese dahinter liegenden Fragen systematisch achtet und in seine Arbeit miteinbezieht. Wie gesagt: das gibt es, aber wir können heute nicht davon ausgehen, dass es die Regel ist.

Was könnte demgegenüber eine „beseelte“ Sichtweise auszeichnen, und welchen Stellenwert haben hier psychologische und psychotherapeutische Konzepte? Zunächst einmal muss hier ein ganzheitliches Grundverständnis des menschlichen Lebens und Lebenswegs entworfen werden, das auch karmische Elemente systematisch miteinbezieht. Wir alle kommen woher und gehen wohin, haben eine Geschichte und ein Ziel, das über das aktuelle Leben hinausreicht. Wir alle bringen etwas mit, und inkarnieren uns in eine bestimmte soziale Konstellation, in eine bestimmte elterliche Situation, die uns HELFEN soll, unsere mitgebrachte Aufgabe auch erfüllen zu können, indem sie uns vor Aufgaben stellt (und in dieser Rolle auch mit karmischen Vorgaben korrespondieren), die es zunächst zu lösen gilt, ehe wir uns - gestärkt und vorbereitet - mehr dem widmen können, wozu wir hergekommen sind. So kann unser Leben auch als ein Dreierschritt verstanden werden: Der Prägung, der Kompensation, und der Entfaltung, wobei wir in der Kompensationsphase zunächst mit ungenügenden Mitteln dem zu begegnen versuchen, was uns so schmerzhaft war und daher nicht bewältigt werden konnte, sodass wir zunächst einer Lösung ausweichen mussten (Kompensation).

Dieses Ausweichen beschert uns dann jedoch Probleme, körperlicher und/oder psychischer und/oder sozialer Art, und diese zwingen uns, uns den vermiedenen Fragen erneut und anders (nämlich mit der erkennenden Kraft des erwachsenen Menschen) zu stellen. So dienen Körper und Seele als Hinweis, wo wir uns bewußtseinsmässig anders und neu orientieren müssen, und unser Ziel des erfüllten Lebens besser erreichen zu können. Insofern handelt es sich bei Krankheiten, seien sie nun physischer oder psychischer Natur stets um Aufforderungen zur Bewußtseinserweiterung im Dienste des eigenen Wachstums und der Vervollkommnung. Eine ganzheitlich-spirituelle, „beseelte“ Psychotherapie muss hierauf ihr Augenmerk legen, nicht auf die Symptome.

„Wenn ihr nicht so werdet wie die Kinder…“ ist in der Bibel zu lesen. Ein zentraler Satz in diesem Zusammenhang, denn wir alle kommen sehr begabt in diese Welt, und mit einem viel breiteren Bewußtsein, als uns später als Erwachsene, nach all den Prägungen und Einschränkungen noch verbleibt. Doch andererseits sind wir als Kinder auch abhängig, und insofern unvollkommen, als wir die Gesetze und Regel der vorgefundenen Welt ebenfalls zu lernen haben, bevor wir IN DIESER WELT, wie wir sie vorgefunden haben, bestehen und unsere mitgebrachte Aufgabe erfüllen können. Die Aufgabe einer im Sinne eines spirituellen Weltbildes verstandenen Psychotherapie ist es daher, den Menschen zu helfen, Schritt für Schritt die Einschränkungen, die uns auf unserem spezifischen Lebensweg mitgegeben wurden (am meisten von den Eltern natürlich, denn sie sind die beiden Pfeiler, durch die wir gehen und die Welt kennen lernen), zu erkennen, daran zu wachsen und schließlich hinter sich zu lassen. Dieser Prozeß geht NOTWENDIGERWEISE einher mit einer Bewußtseinserweiterung: wir erkennen mehr und mehr, wie wir sind, was wir können, was uns ausmacht, und warum wir hier sind. Ziel ist also, kurz gesagt, der oder die zu werden, die wir wirklich sind.

Hilfreiche Hilfsmittel auf diesem Weg sind daher Methoden und theroretische Modelle aus der Psychotherapie, die mit dem hier grob skizzierten Bild einer sinnerfüllten, „beseelten“ Psychotherapie konform gehen. Selbstverständlich können in diesem Zusammenhang nur Konzepte eine Rolle spielen, die entweder systematisch die Existenz und die positive Macht des Unbewußten/Unterbewußten miteinbeziehen, oder zumindest mit der Sichtweise kompatibel sind, dass dem Unbewußten eine zentrale Stellung in dem oben geschilderten Selbstfindungs-/werdungsprozeß zukommt. Auch sind nur Ansätze denkbar, die grundsätzlich von einem Bedürfnis nach Wachstum und Selbstentfaltung ausgehen (Stichwort „Humanistische Psychologie“). Sodann sind solche Modelle hilfreich, die die erlernten Einschränkungen und negativen Muster (negative Selbstbilder und Lebenspläne) möglichst klar zu fassen vermögen und aufzeigen können, wie sie funktionieren und durch entsprechende Interaktionen mit Anderen fortlaufend aufrecht erhalten und genährt werden. Und schließlich müssen geeignete Hilfsmittel bereit stehen, mit deren Hilfe man die zugrundeliegenden Muster bearbeiten und auflösen kann. Hier sind insbesondere alle Methoden zu nennen, die in der Lage sind, durch Entspannung (Meditation, Hypnose, katathymes Bilderleben, usw) und/oder durch szenische Inszenierung (Rollenspiel, Familienaufstellung usw) tief sitzende Inhalte mehr ins Bewußtsein zu heben.
Und schließlich können alltägliche Geschehnisse, die dem Klienten als Spiegel dienen, und eine zunehmende Achtsamkeit im Alltag wichtige Hilfsmittel auf dem Weg zu sich selbst sein (Stichwort: das Leben ist der beste Therapeut). Jedoch braucht es hier in aller Regel zumindest am Beginn eines solchen Weges Schulung und Begleitung, weil sonst diese Dinge fast zwangsläufig zur Bestätigung alter Muster herangezogen werden.

Ganz zentral ist jedoch das Thema Vertrauen. Unsere Prägungen und unbewußten Muster, so negativ und hinderlich sie sein mögen, geben Sicherheit. Sie aufzulösen, bedeutet zwangsläufig, sich seinen Ängsten stellen zu müssen (und die können mitunter sehr massiv sein!), denn hier geht es um nichts weniger als um die Veränderung des eigenen Bildes von sich selbst. Böse Zungen meinen zwar, „man könne nicht aus seiner Haut heraus“. Doch m.E. ist damit vor allem das Zurückschrecken von Ängsten gemeint, die zumindest in wichtigen Bereichen überwunden werden können und auch müssen, will man tatsächlich der werden, der man im Grunde ist. Es braucht also eine ganze Menge Vertrauen: in sich selbst, in seine Umwelt, und vor allem auch, dass es so etwas wie einen Lebenssinn gibt, und höhere Mächte, die uns wohlgesonnen sind und uns in diesem Prozeß unterstützen, uns tragen (Engel).

Doch es ist nicht immer möglich, dieses Vertrauen von Beginn an aus sich selbst zu schöpfen. Oftmals sind ja unsere negativen Muster gerade von der Art, dass sie uns immer wieder entmutigen. Auch das Vertrauen in die lichte geistige Welt ist in unserer Welt wie sie ist nicht notwendigerweise gegeben. In dieser Situation braucht es einen Vermittler. Das kann ein Arzt sein, oder ein Geistlicher, oft ist es jedoch ein Psychotherapeut, ein Coach, der in der Lage ist, einen zu sehen, in seiner Gewordenheit, aber auch in seinen Stärken und Einzigartigkeiten, und der es versteht und gelernt hat, uns zumindest so weit zu begleiten, bis wir sagen können „danke, jetzt schaff‘ ichs alleine“. Es nimmt nicht Wunder, dass die Forschung über die Bedingungen der Wirksamkeit einer Psychotherapie vor allem eines hervorgebracht hat: entscheidend für das Gelingen einer Therapie ist der gute Kontakt von Klient und Therapeut, und die Person des Therapeuten.

Doch was meint „guter Kontakt“? Hier verweist die Forschung neben „der passenden Chemie“ zu Beginn des Therapieprozesses vor allem auf Eigenschaften wie„Wärme“ und „Verständnis“, die der Therapeut dem Klienten entgegenbringt. Das nimmt nicht Wunder, denn ohne die Fähigkeit, mit den Problemen und Gefühlen des Klienten mitzugehen, „mitzuschwingen“, fühlt sich dieser leicht missverstanden und allein gelassen, was Verlust von Vertrauen bedeutet, und damit die Chance mindert, Mut zu haben weiter zu gehen. „Mitzuschwingen“, d.h. in der Lage zu sein, auch sehr schwerwiegende Nöte des Klienten innerlich mitzutragen, setzt jedoch in aller Regel voraus, dass man selbst in seinem eigenen Reifungsprozeß schon wesentliche Hürden überwunden hat, und zu einem recht umfassenden Mitgefühl in der Lage ist. Sonst läuft man Gefahr, am Klienten eigene Probleme abzuarbeiten, und ihm damit in seinem Prozeß sogar hinderlich zu sein. Andererseits ist aber auch das richtige Verständnis von „mittragen“ vonnöten: es hilft dem Klienten wenig, wenn der Therapeut am Ende „auch dasitzt und mitweint“. Es braucht also eine professionelle Distanz, die aber nicht intellektuell hergestellt werden kann, sondern aus dem Erleben heraus zustande kommen muss.

Hat man das Glück, eine in diesem Sinne gute Begleitung auf seinem Weg zu finden, kann man wirklich voran kommen und manches hinter sich lassen.



1 An dieser Stelle weicht mein Entwurf sehr vom traditionellen Bild in der Psychologie/Psychotherapie ab, denn üblicherweise werden die (negativen) elterlichen Prägungen auch heute noch überwiegend als hinderlich und schädigend betrachtet, und nicht als Motor der Entwicklung und des Wachstums.2 hier zentral: Alice Miller, Das Drama des begabten Kindes - der Klassiker, wenn es um die kindliche Begabung im Sinne der Liebe und des Mitgefühls geht!3 Sigmund Freud sprach in diesem Zusammenhang auch vom „Unbehagen in der Kultur“, jedoch übersah er m.E., dass diese Prägungen und Einschränkungen nicht nur negativ zu bewerten sind („Unbehagen“), sondern notwendig sind, um die Welt wie sie ist gründlich genug kennen zu lernen, und um ein individuelles Rüstzeug für das persönliche Wachstum zu haben (auch und gerade in seinen hinderlichen Seiten).4 ein zentrales Motto der Transaktionsanalyse nach Eric Berne.5 in der Transkationsanalyse nennt man das „Skriptanalyse“ (Skript = unbewußter Lebensplan)6 man nennt dieses Phänomen in der Psychoanalyse „Gegenübertragung“. In der Traumatherapie spricht man in diesem Zusammenhang auch von „Retraumatiisierung“.

Volker Hofmann
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© 07/2009   Volker Hofmann