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Jana Haas
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©  Jana Haas 2009

 

"Innere Entwicklung und das Weihnachtsgeschehen."

 

Jedes Jahr wiederholt sich im äußeren Kreislauf der christlichen Feste der Jahreslauf. Es entsteht immer wieder die Frage an den höheren Sinn und wie dieser sich in der inneren Entwicklung der Menschen wiederspiegeln kann.

 

Die damit verbundenen Überlegungen, Empfindungen und Erlebnisse sind immer sehr individuell und können nur in wesentlichen Aspekten und Werten verallgemeinert werden. Denn geistige Bilder, Botschaften sowie auch Schriften (wie z. B. die Bibel) unterliegen dem bildhaften Verständnis und damit den individuellen Erlebnissen des einzelnen Menschen und können somit nicht als „Ja" oder „Nein", nur „Richtig" oder nur „Falsch" ausgelegt werden.

 

Täglich begleiten Sie die Engel und unterstützen Sie in der geistigen Entwicklung auf der Erde. Am Beispiel des Weihnachtsfestes können Sie ihre geistige Führung besser nachvollziehen.

 

Weihnachtsgeschehen

 

In der Weihnachtszeit sind für unser Vorwärtsschreiten die Adventsengel zuständig. In dieser Zeit, in der die Erde ruht und auch menschliche Tätigkeiten langsamer werden sollten, wirkt der Himmel besonders intensiv auf Sie ein. Die geistige Arbeit ist während der heiligen Tage wesentlich einfacher und zugänglicher, weil die Schwingungen der Erde und des Himmels sich besonders erhöhen.

Zwischen Himmel und Erde steht der Mensch als ein leuchtendes Licht in seiner geistigen Aufrichtung und Sehnsucht.

Die Adventsengel in verschiedensten Farbenlichtern schweben singend um Sie herum. Der Tageskraft entsprechend helfen sie Ihnen, Kraft für Ihr Leben und die damit verbundene Entwicklung zu sammeln.        

Nicht nur Heiligabend und die beiden Weihnachtsfeiertage spielen in dieser Zeit eine große Rolle, sondern bereits die Vorweihnachtszeit, die Adventszeit, sowie auch die heiligen Nächte.

 

Die Adventsengel beginnen mit ihrem Wirken bereits ab Mitte November, also sechs Wochen vor Weihnachten. Diese Zeit steht im Sinne der Jahresrückschau.

Die Adventszeit im Sinne der Inneren Stille und Ruhe.

Das Weihnachtsfest soll das Licht im Inneren immer wieder aufs Neue entstehen lassen.

Und die Heiligen Nächte schenken uns das Licht für unsere Zukunft und bereiten uns darauf vor.

Durch all diese Phasen geht es darum, das Innere Licht wieder zu spüren, indem die Hoffnung und der Glaube an das Gute in der inneren Besinnung wieder gefunden werden. Denn nur durch das individuelle Empfinden findet der Mensch den Weg vom Nichtwissen und blinden Glauben ins Wissen und zu einem erlebten Glauben, in die Weisheit. Dies obliegt dem freien Willen jedes einzelnen selbst.

Dieser Artikel möge helfen, die Weihnachtszeit als eine Phase der Inspiration und seelischen Ruhe zu nutzen.

 

Früher haben uns Sitten und Bräuche in ihrer Symbolik diesen Weg gezeigt, heute verhält es sich anders. Beim heutigen Mensch ist das wache Bewusstsein mehr gefragt als je zuvor, seinem Leben selbstständig geistigen Inhalt zu geben und verantwortungs- ­und selbstbewusst zu handeln.

Es ist wichtig, die Ruhe und Kraft des Winters zu nutzen. Die Stille der Natur auch in sich heilsam zu erleben, denn erst aus dieser Kraft ist eine Verwandlung innerhalb dieser Zeit möglich. Wenn der Mensch diese Achtsamkeit lebt, werden innere, sowie auch äußere Krisen während der Weihnachtszeit, wie auch im Laufe des ganzen Jahres unnötig.

 

Die heilige Energie der Weihnachtszeit erfüllt uns bereits 6 Wochen vor Heiligabend. Die uns umgebenden Adventsengel rufen uns zu Bedächtigkeit auf und dazu, das alte Jahr abzuschließen. Dies schaffen wir mit einer quartalsweisen Jahresrückschau.

 

Sechs Wochen vor Heiligabend sollte man nachspüren, welche Prioritäten der Monat Dezember hat, was der November mit sich bringt und was im Oktober Lehrreiches war.

 

In dieser Woche beginnt die Notwendigkeit nach verstärkter Besinnung im Inneren, zwecks

emotionalem und geistigen Aufräumen in der Stille für einen lichtvollen Zukunftsweg.

 

Nächste Woche, fünf Wochen vor Heiligabend, beginnt die weitere dreimonatige Rückschau für die Monate September, August, Juli und ihre Ereignisse. Es geht besonders darum, die göttliche Anbindung in sich zu spüren und aus der Ruhe heraus das „Abgeben“ an die himmlischen Kräfte zu lernen und das vergangene Jahr, sowie auch karmische Ereignisse

loszulassen.

 

In der weiteren Woche, vier Wochen vor Heiligabend, folgt die nächste dreimonatige Rückschau für Juni, Mai und April. Dabei ist es wichtig, alle Projekte zu Ende zu bringen und möglichst keine oder wenig neue Vorhaben anzugehen. Denn der Mensch muss die  Zeit haben, das Leben zu verarbeiten, um sich geistig neu aufzurichten.           

 

Die dritte Woche vor Heiligabend steht im Zeichen der Meditation und der vollkommenen inneren Stille. Es geht darum, für sich und seine Lieben da zu sein und um das Loslassen. Dabei kann man das vergangene Jahr sehr gut nachvollziehen, den Jahressinn erkennen und auch noch die Monate März, Februar und Januar emotional und voller Dankbarkeit hinter sich lassen.

 

Die zweite Woche vor Heiligabend sollte in uns zentrierende Kräfte und konsequentes Loslassen bewirken.

 

Eine Woche vor Heiligabend sollte der Mensch innerlich und äußerlich so frei sein, dass er das Leben und das Licht im Inneren und Dankbarkeit für das Äußere demutvoll, glücklich und klar erlebt.

 

In diese Vorbereitung fließt die Kraft der Adventszeit hinein.

Am 1. Advent möchten uns die Adventsengel beim Loslassen des Vergangenen helfen, damit sich neue, lichtvolle Schicksalskräfte bilden können, die eine lichtvolle Lebensrichtung bewirken.

 

Am 2. Advent geht es um die Kraft für unsere Zukunftsorientierung. Dafür braucht der Mensch innere Besinnung, um die Kraft des Himmels in sich aufzunehmen.

 

Der 3. Advent schenkt uns lebensverarbeitende und –bejahende Kräfte.

 

Der 4. Advent ermöglicht uns, durch die vorangegangene innere Vorbereitung und  das Aufräumen im Äußeren, uns mit dem göttlichen Ursprung zu verbinden und wahren, inneren Frieden zu spüren.

 

Ab Heiligabend, also vom 24. Dezember bis zum 6. Januar beginnen die 12 Heiligen Nächte.

An diesen Tagen werden die Menschen, durch das Aufnehmen im Inneren, mit neuen Kräften, Klarheit, innerem Erwachen, Hingabe, Mut, authentischem Glauben, neuer Ausstrahlung, geistiger Verbundenheit, Impulsen für ihr Vorwärtsschreiten in eine strahlende Zukunft, besonders beschenkt. Diese Kräfte kann man in täglichen Meditationen und inneren Lichtbotschaften erleben.

 

Innerhalb dieser Zeit, in den Heiligen Nächten, werden die Menschen in ihrem Unterbewusstsein auf einer überbewussten Ebene in ihren persönlichen Eigenschaften gestärkt, um für das neue Jahr vorbereitet zu sein. Dabei geht es um Fähigkeiten, wie das Loslassen, die Leichtigkeit, geistiger Schutz und Anbindung, die Umsetzung der Lebensaufgabe auf dieser Erde, innere Bestätigung und geistige Führung, Besinnung auf das Wesentliche, Weisheit, Freude, Selbstannahme, inneres Wachstum und Liebe, Gegenwartsbezug und geistige Entwicklungsschübe. Wenn man diesen Botschaften des Herzens aufmerksam zuhört, weiß man, wofür man lebt und den persönlichen Aufgaben folgt.

 

Für diese Aufmerksamkeit gibt es Hilfsmöglichkeiten, wie zum Beispiel ein Tagebuch schreiben, um ruhiger und bewusster zu werden. Außerdem teilt sich uns die lichtvolle geistige Welt durch Träume mit, welche gedeutet werden wollen. Ein Traumbeispiel:

Träume sind verarbeitende Bilder des Unterbewussten, in welchen der Impuls des Überbewussten enthalten ist. Es gilt, dieses Innenleben mit dem Bewusstsein zu begreifen.

Bilder sind die geistige Sprache der Seele. Es ist wichtig, diese neutral, vom Herzen zu deuten, um keine Muster, Ängste und Erwartungen hineinzubringen. Denn diese unausgeglichenen Eigenschaften verfälschen die Wahrheit. Dabei brauchen Sie nur ruhig und tief zu atmen, innerlich zu lächeln, sowie nach innen zu fragen.

See oder Wasser sind Symbole der Heilkraft. Da es ein lehmiger See ist, in welchen er

hinein geht, bedeutet das, dass er sich auf einem aktiven Entwicklungsweg zu seiner Heilung befindet.

Er ist untergetaucht, um nach dem Ausweg zu suchen. Das bedeutet, dass er Auswege und Hilfen noch im Außen sucht.

Daraufhin hat er Panik bekommen, was so viel heißt, dass er sich selbst noch nicht genügend vertraut.

Danach hat er sich selbst am Ufer stehend gesehen. Das heißt, er fängt an, sich auf sich zu verlassen.

Er hat sich selbst herausgezogen, bedeutet, dass er seine Erkenntnis erlangt und sein Vertrauen in sich angenommen hat.

All dies sind die verarbeitenden Bilder seines Unterbewusstseins und seiner Ängste.

Das Hauptsymbol und somit die Hauptaussage seines Überbewusstseins und der Engel ist der lehmige See. Das bedeutet, er sollte seinen Weg zu Heilung und Vertrauen selbstbewusster gehen! Diese Erkenntnis und immerwährende Erinnerung an das Gefühl, sich selbst herausziehen zu können, hilft ihm dabei.

 

Die Botschaft aus den heiligen Nächten dabei ist, dass dieser Mann im neuen Jahr Erfahrungen sammeln wird, welche ihm aufzeigen, dass er Sicherheit und Vertrauen in sich finden wird.

 

Es kann auch hilfreich sein, Engelkarten für die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu ziehen. Sie können folgendermaßen vorgehen: Mischen Sie in meditativer Stimmung die Engelkarten. Dann legen Sie sie wie einen Fächer vor Ihnen aus. Zu innerer Ruhe beten Sie: „Liebe lichtvolle geistige Welt, liebe Engel, bitte helft mir, mein vergangenes Jahr besser zu verstehen.“ Dann ziehen Sie spontan eine Karte. Nehmen wir an, Sie haben die Karte: „Schutzengel“ gezogen, mit der Botschaft: „Höre auf dein Herz. Empfange deine Botschaft.“ So werden Sie erkennen, dass die Erfahrungen des letzten Jahres Sie lehren sollten, sich mehr auf das eigene Herz, auf die innere Weisheit zu verlassen.

Dann ziehen sie ebenfalls eine Karte für Ihre Gegenwart. Nehmen wir an, Sie haben die Engelkarte: „Erzengel Michael“ gezogen, mit der Botschaft: „Strebe nach Klarheit. Aufrichtigkeit bringt Schutz. Stehe zu deiner Kraft und Liebe:“ So werden Sie spüren, dass Sie gerade jetzt Wert auf klare Verhältnisse und Aufgaben legen sollten, um sich in Ihrem Leben gerecht zu werden und daraus lichtvolle Zukunft entwickeln.

Dann ziehen Sie eine Karte für Ihre Zukunft. Nehmen wir an, Sie haben die Engelkarte: „Helferengel“ gezogen, mit der Botschaft: „Auf dich kommen wunderbare neue Herausforderungen zu.“ Dann können Sie davon ausgehen, dass die lichtvolle geistige Welt für Sie sorgt und der Lebensweg richtig verläuft. So können Sie sich auf das neue Jahr noch mehr freuen.

 

Weitere Unterstützung in der Advents- und Weihnachtszeit stellen Kerzenrituale dar. Sie können eine Kerze für Ihr Anliegen und die Besinnung anzünden und diese am besten ausbrennen lassen. Sprechen Sie beim Anzünden Ihr Gebet oder Segnung innerlich. Dadurch wird die lichtvolle Schwingung in Ihnen verstärkt und die Sinnerfüllung ermöglicht. Zum Beispiel kann nach Bedarf folgendes Gebet in der Adventszeit behilflich sein:

„Liebe lichtvolle geistige Welt, liebe Engel, ich bitte um Segen und Heilung meiner Vergangenheit und aller Beteiligten. Bitte helft mir in der Gegenwart liebevoll zu handeln und lichtvolle Zukunft zu entfalten.“

 

Eine weitere Kraft stellen Meditationen mit den Adventengeln dar:

 

Adventengel-Meditation

 

Vorbereitung: Setzen Sie sich bequem hin. Entspannen Sie Ihren Körper. Atmen Sie mit einem inneren Lächeln.

Stellen Sie sich einen weißen Engel vor Ihnen vor.

Spüren sie, wie sein Licht sich um Sie herum ausbreitet und er Sie lächelnd fragt:  „Was möchtest du erfahren?“

Erblicken sie innerlich den Nachthimmel und betrachten Sie den Mond.

Spüren Sie in Ihrem Herzen die Frage: „Was möchte ich erfahren?“

Sehen Sie, wie in Ihrem Herzchakra ein Sonnenaufgang entsteht und eine Herzensfrage auftaucht, wie zum Beispiel: „Was ist meine Lebensaufgabe?“

Schauen Sie in das Innere der Sonne Ihres Bildes hinein. Wie zeigt sich Ihre Antwort?

Betrachten Sie den Lichtstrahl der Sonne.

Es entsteht ein heller, freier Raum. Ihnen begegnet ein Symbol, eine Farbe oder ein Gefühl.

Fragen Sie in das Bild hinein: „Was ist meine Lebensaufgabe?“

Beobachten Sie die Farben und Symbole und empfangen Sie die Antwort. Diese entwickelt sich aus einem Gefühl im Herzen, welches Sie benennen und in einen Satz bringen können.

Wenn Sie bei Ihrem Satz innerlich lächeln können, dann haben Sie geistige Wahrheit empfangen. Bedanken Sie sich beim Adventsengel.

 

Abschluss: Kommen Sie mit einem Herzenslächeln zu sich. Strecken Sie sich und atmen Sie mehrfach tief ein und aus, um wieder ganz im Hier und Jetzt zu sein.

 

Sie können auch Tagesübungen machen und sich täglich folgende Fragen stellen:

 

„Wie nehme ich die Kraft des Tages und der Engel wahr?“

„Was für ein positives Gefühl vermittelt mir die Symbolik der Träume?“

„Welchen Menschen habe ich heute in seiner Reinheit wirklich erkannt?“

 

Diese Fragen helfen Ihnen, die heilige Zeit in sich und in Ihrer Familie besser zu spüren.

Es geht bei der lichtvollen geistigen Anbindung niemals um die Wahrsagerei, sondern um die Alltagsbesinnung. Denn die lichtvolle geistige Welt ist weder an Zeit, noch Raum gebunden und hält den freien Willen und seine Entscheidungen zu allen Zeiten für heilig! Es geht  immer um Erlebnisse und Erkenntnisse, welche heilen!

Daraus schöpfen die Menschen eine wahre und vorausschauende Kraft. So können Sie sich auf die Entwicklung und Begegnungen im neuen Jahr vorbereiten und Ihr Leben in Leichtigkeit gestalten. So verstehen Sie, warum Sie gewisse Erfahrungen gemacht haben und was Sie in sich entwickeln konnten. Sie werden spüren, was Ihr Weg und was geistige Führung ist und dass Sie dem Leben gewachsen sind. So können Sie auch Muster lösen und neue Stärken in sich frei legen.

 

Rückschau im Abendbewusstsein kann Ihnen ebenfalls eine Hilfe sein.

 

Setzen Sie sich bequem hin. Am besten wäre es, wenn Sie diese Übung nicht zu spät am Abend durchführen, da Sie sonst vielleicht schon zu müde sind und dann rasch dabei einschlafen würden. Eine gute Zeit ist gegen 19 Uhr oder 20 Uhr. Die Übung kann eine halbe Stunde dauern; Sie können Sie aber auch kürzer durchführen.

 

-          Schließen Sie die Augen und gehen Sie Ihren Tag in einer Rückschau durch. Sie fangen jetzt im Augenblick an und gehen „rückwärts“ durch den Tag bis zum Moment des Aufwachens. Zunächst erinnern Sie sich: Welchen Tag haben wir heute, wie spät ist es jetzt?

-          Dann betrachten Sie diesen Tag, als ob ein Filmstreifen rückwärts liefe. Zum Beispiel: Gerade vorher haben Sie sich auf den Stuhl gesetzt, davor sind Sie zum Stuhl gegangen, davor haben Sie die Tür zum Wohnzimmer aufgemacht, davor sind Sie vom Bad durch den Gang zur Wohnzimmertür gegangen, und so fort, bis zum Klingeln des Weckers am Morgen.

-          Versuchen Sie, sich an so viele Einzelheiten wie möglich zu erinnern. Wenn Sie diese Übung mehrmals gemacht haben, werden Sie sich immer mehr Einzelheiten in Erinnerung rufen können.

-          Die Übung soll Sie nicht stressen. Wenn Sie merken, dass Sie etwas übersprungen haben, gehen Sie nicht ganz an den Anfang zurück, sondern nur zu dem Ereignis, das Sie übersprungen haben und machen Sie von dort aus rückwärts wieder weiter.

-          Wenn es Ihnen anfangs zu viel ist, einen ganzen Tag in der Rückschau zu betrachten, können Sie diese Übung mittags für die erste Tageshälfte machen, und abends eben für die zweite.

 

Die Übung klingt sehr einfach, ist jedoch sehr wirksam. Sie erfüllt drei Zwecke:

 

1. Sie hilft Ihnen, Ihre Gehirnhälften harmonisch aufeinander abzustimmen und auszugleichen  und damit viel Stress abzubauen.

2. Sie verarbeiten den Tag gewissermaßen, bevor Sie zu Bett gehen. Das Tagesgeschehen wird sozusagen „vorverdaut“. Das wird Ihre Schlaf- und Traumqualität deutlich verbessern.

Und schließlich unterstützen Sie Ihren Schutzengel bei seiner Aufgabe, Ihnen zu helfen, den Tag zu verarbeiten und dann auch wieder loszulassen, um für einen neuen Tag gerüstet zu sein. Die intensivste Zeit, um mit Hilfe des Schutzengels das Tagesgeschehen zu verarbeiten, ist zwischen 22 und 24 Uhr. (Es ist zwar von unseren üblichen Gewohnheiten her betrachtet vielleicht schade, dass das nicht auch noch später stattfinden kann, aber es steht im Einklang mit den kosmischen Gesetzen. Deshalb macht es sehr viel Sinn, nicht zu spät ins Bett zu gehen!)

3. Der wichtigste Grund für diese Übung ist, dass Sie Ihr Handeln Revue passieren lassen, dass Sie es mit einem gewissen Abstand betrachten oder sogar nachträglich quasi „beobachten“ und dabei feststellen, was Sie bei nächsten ähnlichen Situationen vielleicht anders machen wollen oder sollten und welche Erkenntnisse Sie aus Ihrem Handeln heute sonst noch ziehen.

Ich empfehle diese Übung auch bei Unruhe und Schlafstörungen.

 

In dieser Besinnung können die Menschen auch um Mitternacht der Jahreswende das letzte Jahr, sowie auch karmische Erinnerungen los lassen und den Sinn des neuen Jahres erkennen. So erfüllt sich die Lebensaufgabe der Selbstannahme erfolgreich im Inneren wie auch im Äußeren.

 

Jeder Mensch lernt jedes Jahr aufs Neue die Gegenwart zu spüren, in welcher er mit allem um sich herum und in sich im Einklang sein kann. Aus dieser Kraft kann er mit der Vergangenheit Frieden schließen, damit sich ihm seine Zukunft lichtvoll offenbaren kann. So lernt jeder über die Lebenserfahrungen das Urvertrauen.

 

 


© Stephan Bogen 2009

 

Weihnachten!    Dem Geheimnis auf der Spur ...

 

Schon wieder Kitsch, Kommerz, Stress und Hektik - schon seit September steigt der weihnachtliche Geruch von Spekulatius und anderen Leckereien - beim Einkaufen - in meine Nase.

Von mir aus könnte es ruhig mal ausfallen - dieses Weihnachtsfest!

Dann hätte auch ich endlich mal Zeit, die von Jana vorgeschlagenen Übungen zu machen ... - natürlich, ich weiß, alles Ausreden!

Aber ernsthaft, vielleicht sollte man einen zweijährigen Rhythmus einführen!? - Wieso eigentlich nicht, auf die Fußball WM muss ich sogar vier Jahre warten, und das steigert enorm die Vorfreude und die Erwartungen.

Ehrlich gesagt, würde mir eigentlich auch nur das Osterfest, das wichtigste Fest im christlichen Jahreskreis, voll und ganz reichen.

Die ersten Christen - die hatten es gut -, sie kannten weder den Geburtstag des Herrn, noch irgendein Brauchtum, geschweige denn einen Ritus zur Feier der Ankunft/Niederkunft Jesu - keine Geschenke, Weihnachtskarten und Bedanke-mich-briefe.

Aber Weihnachten will gefeiert werden. Meine Kinder ... bestehen darauf, mit Baum, Geschenken und allem, was dazu gehört!

Was dazu gehört? Ja, was gehört eigentlich dazu? Was ist denn das Wesentliche an Weihnachten, frage ich mich.

 

Dieser Frage will ich ganz intensiv nachspüren.

Und in diesem Jahr bin ich nun auch noch dran mit der intensiven Planung und Vorbereitung: Unser Familienberater hat mir geraten, mal selbst die Gestaltung des nächsten Weihnachtsfestes in die Hand zu nehmen, nachdem ich mich in der ersten Familienkonferenz nach Weihnachten 2008 über den Ablauf "unseres" Festes beklagt hatte - Geschenke aufreißen, essen, essen, Geschichten lesen, Singen und wieder essen .... (die Kinder behaupten, es war gar nicht so schlimm!).

Und nun? - Bald schon ist Weihnachten, und ich weiß immer noch nicht, wie ich vorgehen soll! Heute ist der 20.12.: Und meine Kinder singen: "Papa, wenn die fünfte Kerze brennt, hast du Weihnachten verpennt!"

 

Eigentlich möchte ich ja fliehen: Eine Kerze in den Rucksack und ab in die Berge, in die einsame Berghütte von Nauders, sternklare Nächte, absolute Ruhe, ... Schnee satt zum Skifahren ...

 

"Aber Papa!" höre ich da schon wieder und werde jäh aus meinen Träumen gerissen. Das geht wohl erst, wenn ich..., na ja, die Kinder werden ja sooo schnell groß! Und nun?

Jetzt meldet sich auch noch Jana Haas, die mir in den letzten drei Jahren so manchen Impuls gegeben hat, und möchte mich - als Religionslehrer -über die biblische Weihnachtsgeschichte und die Symbolik, wie sie die "Kirchen" lehren, befragen. - Ich möchte sie nicht enttäuschen.

"Oh jeh!" denke ich; ich bin zwar ein 'Mann der evangelischen Kirche', aber was soll ich jetzt nur schreiben bzw. antworten? Erstens gibt es die biblische Weihnachtsgeschichte gar nicht (es sind eigentlich zwei) und zweitens sind die Äußerungen und Bräuche der Kirchen so vielfältig und reich, da kann ich doch nur ... von mir selbst erzählen!                               

Von mir selbst, der ich in den letzten Jahren Seminare bei Jana, z. B. Sterbebegleitung, besucht habe und mich mehr und mehr mit Meditation und den Engeln beschäftige..., nun,...

 

... ich atme dreimal tief in den Bauch und besinne mich. Schon kommen mir erste Tränen in die Augen, denn ich sehe vor meinem inneren Auge Raphael, - unseren damals zweijährigen Sohn, wie er schätzungsweise sieben Minuten lang regungslos staunend vor dem hell leuchtenden Weihnachtsbaum in unserem wohlriechenden Weihnachtszimmer stand - natürlich mit echten Kerzen! Übrigens: Der Baum ist auch keine Erfindung der ersten Christen.

Kein Gedanke bei Raphael an Geschenke ... - nur das Staunen über das überweltliche Licht!

"Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder..." - mit großen Augen schauen, spüren, innehalten, zur Ruhe kommen - staunen ... das Geheimnis erahnen!

 

Aber dieses Jahr bin ich dran, bin ich auch mal dran, meine Chance, das Weihnachtsfest so zu gestalten, dass auch ich wieder 'staunen' und 'feiern' kann.

Natürlich singe ich sehr gern und lasse mich auch mit Hilfe der bekannten Geschichten, der Symbole, der Leckereien usw. in meine eigene schöne Kindheit zurückführen und an die Geburt des lieben/süßen Jesulein erinnern.

Vielleicht ist es nun aber auch Zeit, ein wenig erwachsener zu werden, einen Schritt weiter zu gehen. Raphael ist inzwischen auch schon zehn Jahre älter geworden.  Und ich? ... fast 50-jährig - nun gut, ich bin Mitte vierzig - sehne ich mich nach echter Spiritualität, nach Einfachheit und Authentizität.

Wie kriege ich es nur hin, neben Beruf und Familie?

Wie kann ich mir da noch Zeit nehmen, mich auf das Wesentliche - das Geheimnis - zu besinnen und etwas Eigenes zu gestalten?

 

Ich mache mich also auf den Weg!

 

Und wie so oft ziehe ich mal wieder zur richtigen Zeit die richtige Idee, das richtige Buch in mein Leben. Das ist es:

"Christus für Erwachsene", Kapitel 3 aus dem Buch 'Auf dem Weg nach Weihnachten' vom Franziskanerpater Richard Rohr, Herder - Verlag - gestaltet wie ein alternativer Adventskalender; zu jedem Tag ein kleiner Text mit anschließenden Fragen zur Selbstbesinnung und Meditation.

 

Mal sehen, was für Impulse Richard Rohr mir dieses Jahr mit auf den Weg geben kann.

 

Gleich zu Beginn spricht Richard Rohr mir aus der Seele:

"Weihnachten zu feiern heißt nicht, gefühlsselig auf die Geburt eines Babys zu warten. Vielmehr ist Weihnachten die Erwartung und die Bitte darum, dass die Geschichte geboren werde!"

 

Erwartung und Bitte sind für mich:

                                      ... dass die Kinder Gottes offenbar werden                                                   (Römer 8,19f).

                                      ..., dass ich als Kind Gottes geboren werde!?

                                      ..., dass der 'Christus in mir' lebendig wird!?

 

Ja, Christus in mir, das ist das Wesentliche, aber auch das Geheimnis der Weihnacht - dahin geht meine Sehnsucht, den Christus in mir zu entdecken, die Anbindung an Gott, der die Liebe ist, nicht zu verlieren und mich immer wieder neu daran zu erinnern, dass wir alle Kinder dieses Gottes sind (1. Joh 3,1).

Auch mit meinen Kindern möchte ich über den 'Christus in uns' nachdenken, meditieren, das Erlebte gestalten und die 'Geburt des Christus in unseren Herzen' zum Ausdruck bringen - aber wie?

 

Und schon wieder muss ich ganz tief durchatmen:

Stellt dieser 'Christus in mir', dieses mystische Motiv der Einheit zwischen Gott und Mensch, für mich als evangelisch geschultem Mann, doch eine große, sehr große Hürde, ein schier unüberwindbares Hindernis dar; na ja, jedenfalls ist es eine Herausforderung!

 

Mit dem starken und zugleich provozierenden Gedanken von Angelus Silesius (1624-1677) lasse ich mich nun erneut wachrütteln:

 

„Wär´ Christus tausendmal zu Bethlehem geboren, doch nicht in dir:

du bliebst noch ewiglich verloren.“

 

Es ist schon wichtig, sich immer wieder zu fragen, was wir da im Advent und zu Weihnachten eigentlich feiern wollen!

 

Allerdings ist mir das mystische Motiv der inneren Christus-Geburt in der Vergangenheit eher im Verborgenen, ja 'Geheimen' (so beim jungen Luther, Frère Roger, J. Haas, E. Tolle, R. Byrne) begegnet. Jedoch entdecke ich es nun seit einiger Zeit immer mehr auch im kirchlichen, öffentlichen Bereich. Nicht nur A. Grün, W. Jäger, P. Stutz, u. a. sprechen in letzter Zeit häufiger von Spiritualität, Mystik, religiöser Erfahrung, Meditation und Anfechtung - auch neue (ev.) Schulbücher und religions-pädagogische Entwürfe nehmen sich ausführlich dieser Thematik an!

So will ich mich und werde ich mich in diesem Jahr auch mal wieder auf den Weg machen und dem 'Christus in mir', dem Geheimnis meiner eigenen Gottes-Sohnschaft intensiver nachspüren. Selbst bei Martin Luther entdecke ich, dass er immer wieder flüstert: "Christus ist für Dich geboren!"

 

... Vielleicht verliere ich dabei ja auch die Furcht, die Angst davor, dass es sich bei diesem mystischen, ja im wahren Sinne des Wortes esoterischen Weg um einen egoistischen Selbstverwirklichungstrip handelt, einem Weg, knapp am Kreuz vorbei, vor dem mich so manche Weg-Begleiter des Öfteren inständig gewarnt hatten.

 

Auf meiner Pilgerreise macht mir nun wieder Richard Rohr, 'einer der etwas erfahren hat', Mut und führt mir vor Augen, dass dieses persönliche Unternehmen - eine wahrhaft "kosmische", ja schöpferische und Gemeinschaft stiftende Dimension hat.

In Anlehnung an Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) erwartet Richard Rohr die Geburt des "kosmischen Christus"; er schreibt:

"Weihnachten ist die Geburt des 'kosmischen Christus' in der Geschichte, in der Schöpfung und auch in uns. ...

Die Geburt, die Wiederkunft Christi, auf die die Geschichte wartet, handelt nicht vom Kommen des Christkinds, nicht einmal vom historischen Jesus. Der historische Jesus war ein einzelner Mensch, und 'Christus' nicht etwa sein Nachname. Der Christus umfasst die gesamte Schöpfung und Geschichte, die mit ihm vereint werden - und auch Sie! Das nennen wir den kosmischen Christus."

 

In der Advents- und Weihnachtszeit sollen wir uns also vorbereiten auf unsere eigene, vollkommene Geburt!?

 

Es geht um unsere ganze Existenz, um unsere eigene Identität - mein eigenes Sein - es geht um mich!

"Hybris" - denke ich schon wieder unvermittelt.

Aber Richard Rohr besteht darauf:

 

"Der Christus, nach dem wir rufen und auf den wir warten, umfasst unsere eigene volle Geburt und die weitere Geburt der Weltgeschichte und der Schöpfung."

 

In diesem Sinne bedeutet Advent - die Zeit der Ankündigung und Ankunft des Christus in Jesus - für Rohr:

Achtsam, hellwach, aufmerksam, ständig bereit, auf dem Sprung sein!

In dieser Haltung der Offenheit ergeht in der Adventszeit - ursprünglich war sie für Christen als Fastenzeit - vor allem ein Aufruf zu voller Bewusstheit!

 

Ein wahrhaft hoher Anspruch! Und Richard Rohr warnt zugleich:

Dieses wache Bewusstsein hat einen hohen Preis!

Und damit sind wohl nicht die teuren Geschenke gemeint!? - Oder?

 

Nun will ich es genau wissen, ich möchte mich an die Quelle der Überlieferung begeben: Wie wird es wohl Maria und Joseph ergangen sein, frage ich mich. In welcher Haltung und unter welchen Umständen haben sie die Ankündigung, die Ankunft ihres ersten Sohnes, der Jesus war, und Christus vollkommen offenbaren sollte, erfahren?

 

Ich schlage nach: Bei Markus im ältesten Evangelium (so um 70 n. Chr. vollendet) finden wir gar keine Hinweise auf Joseph und Maria und die Geburt ihres Sohnes Jesu und schon gar keine auf unsere eigene, innere Christus-Geburt - vom Geheimnis keine Spur!

Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als mich - wohl zum 47. Mal - auf die Erzählungen von Matthäus und Lukas einzulassen.

Lassen wir doch in diesem Jahr - natürlich in theologisch nicht ganz üblicher Weise - Joseph selber mal erzählen (und jeder möge für sich  spüren, wie sich das anfühlt und nachlesen, was uns in der Bibel tatsächlich überliefert ist!):

 

Josef: "Ich bin immer noch ganz schön stolz über das, was mir da so passiert ist und erzähle gern, wenn ich schon mal gefragt werde. Aber auch ich muss sagen, dass ich bis heute nicht verstanden hab, was da so alles passiert ist. Es ist für mich immer noch ein Geheimnis, ein unerklärliches, aber ich hab's erlebt! Jetzt der Reihe nach: Matthäus, der sein Evangelium so um 80 n. Chr. nach bestem Wissen und Gewissen fertig gestellt hatte, betont gleich zu Anfang und das nicht von ungefähr, dass wir eigentlich von einer ganz normalen Verwandtschaft abstammen. Er zeigt auf, wie wir über geheimnisvolle Weise über drei mal vierzehn Glieder vom Urvater Abraham herkommen, Verwandte aus königlichem Geblüt haben und auch eine Reihe von ganz normalen Vorfahren hatten, die aber sicherlich auch nicht immer ein vorbildliches Leben führten. Also mir, einem ganz normalen Bauhandwerker, passierte nun Folgendes: Maria, die mir vertraut war, war schwanger, und ich konnte dieses Geheimnis nicht begreifen. Es stieg mir zu Kopf, und ich gedachte, sie heimlich zu verlassen, denn ich wollte sie nicht in Schande bringen - ich war fromm! Über diese Grübelei schlief ich ein, und im Traum erschien mir der Engel des Herrn und sprach: "Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria, deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist von dem heiligen Geist. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst Du den Namen Jesus geben, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden (Mt 1, 20,21)." Und als ich vom Schlaf erwachte, war mir sofort klar, was ich zu tun hatte: Ich nahm Maria, meine Frau, zu mir. Ich berührte sie nicht, bis sie unseren Sohn gebar; und ich gab ihm seinen Namen, Jesus. Ja, ich konnte sofort auf den Ruf des Engels hören, denn ich war vorbereitet, mir sollte es nicht so ergehen wie Zacharias! Nein, das konnte ich mir bei meinem Beruf wahrhaftig nicht leisten, neun Monate stumm zu sein. Seine Geschichte und später die Geburt Johannes des Täufers wurden ja schnellstens bekannt auf dem ganzen Gebirge Judäas (Lk 1,65). Und natürlich erfuhr ich auch von der Erscheinung, die Zacharias im Tempel hatte und dem Wort des Engels Gabriel, der sagte, dass Johannes bekehren wird die Herzen der Väter zu ihren Kindern (Lk 1,17)! Diesen Satz meditierte ich und nahm ihn mir zu Herzen!

Etwa zeitgleich zu meinem Traum erschien auch Maria der Engel Gabriel und verkündete ihr, dass sie als niedrige Magd Gnade bei Gott gefunden habe. "Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden." (Lk 1, 31,32).

Mit diesen Verkündigungen, dem neugewonnenen Selbstbewusstsein ("von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder", Lk 1,48)) und der Verheißung: "Bei Gott ist kein Ding unmöglich!" (Lk 1,37) konnte uns nun nichts und niemand mehr auseinander bringen! Ja, Jesus wird später - nicht ohne Stolz - sagen können, euer Glaube hat euch damals geholfen!

Da machten wir uns auf aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, das Haus des Brotes. Und als wir dort waren, kam die Zeit, dass Maria gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn wir hatten sonst keinen Raum in der Herberge. Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens (Lk 2,4-14)."

 

Maria und Josef spürten, was ihr Weg und ihre geistige Führung waren, und dass sie dem Leben und ihrer Lebensaufgabe gewachsen waren! Sie gingen ihren Weg im Ur-Vertrauen und in Begleitung der Engel. So konnten sie auch reagieren und ihren neugeborenen Christus vor den weltlichen Heroen schützen und nach Ägypten fliehen, bis sie erneut der Engel nach Nazareth rief (Mt 2,19f).

Ich nehme mir Maria und Josef zum Vorbild, sie könnten eine Zeit lang zu meinem Leitbild werden, und ich lasse mich fragen:

Bist du bereit, dich hier und jetzt verwandeln zu lassen?

Ich erinnere mich, Richard Rohr warnt: Der Preis ist hoch! Du verlierst dein Ego, den Alten Adam ...!

Möchtest auch du dich aufmachen zum Haus des Brotes; Christus ist das Brot für dich!

Bist du bereit, deinen eigenen inneren Erfahrungen zu trauen, demütiges Vertrauen und Hingabe zu lernen?

Bist du bereit, der Raum, die Herberge, ein kleiner Behälter für Christus zu sein, der dir in der dunkelsten Nacht geschenkt wird?

Bist du bereit, dich auf das Geheimnis einzulassen?

 

Ja, dem Geheimnis möchte ich mich nähern und mit Paulus (vgl. Kol 1,25-29) reichlich "predigen": 'Nämlich das Geheimnis, das verborgen war seit ewigen Zeiten und Geschlechtern, nun aber ist es offenbart seinen Heiligen, denen Gott kundtun wollte, was der herrliche Reichtum dieses Geheimnisses unter den Heiden ist, nämlich Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit. 

Diesen Christus verkündigen wir und ermuntern alle Menschen und lehren alle Menschen in aller Weisheit, damit wir einen jeden Menschen in Christus vollkommen machen

Dafür mühe ich mich ab und ringe in der Kraft dessen, der in mir kräftig wirkt.'

 

Wie ich nun das diesjährige Weihnachtsfest gestalte, wollt ihr noch wissen?

Na, wie jedes Jahr, so wie immer, so wie ich es aus der Tradition, von meinen Eltern, Lehrern ... gelernt habe - nur mit vollem, vielleicht wirklich wachem Bewusstsein und nach den Wünschen unserer Familie. Jedoch bedenke ich auch, inwiefern es mir wirklich gelingt, aus den vorhandenen Sitten, Gebräuchen und Symbolen, die gleichsam erstarrten geistigen Inhalte wieder für mich zu beleben.

Immer wieder neu muss und will ich versuchen bei allem Rummel um mich herum, mir die wahre Bedeutung des Geheimnisses zu erschließen. Meditationen, Stilleminuten, vertiefte Symbolmeditationen, Phantasiereisen, Bibliodrama - das Eintauchen durch Perspektivwechsel in die Geschichten - auch Dankbarkeits-übungen, könnten mir dabei intensive Erfahrungen und neue Einsichten bescheren. Ferner lasse ich mich von Jana anregen, "die Ruhe und Kraft des Winters zu nutzen". So werden wir am 25.12. in diesem Jahr z. B. für die Tiere eine kleine 'Waldweihnacht' gestalten.

Und besonders freue ich mich darauf, die alten Tierkreiszeichen mal wieder an unseren Baum zu hängen - zur Erinnerung an den "kosmischen Christus", die Ordnung im Universum und die Kräfte, die die vollkommene Schöpfung und auch mich durchdringen, zusammenhalten und umgeben!

 

Sollte es passieren, dass ich plötzlich von Herzen über die Entdeckung des Geheimnisses staune und dann feiern und lachen kann, werde ich mir wieder Maria und Josef zum Vorbild nehmen und meinen in mir geborenen Christus vor den Heroen der Welt - es sind wohl eher meine eigenen Widersacher, Doppelgänger, Schmerzkörper, kleinen Teufelchen ... - schützen!

 

Mit wachem Bewusstsein werde ich den Kindern tief in die Augen schauen und das Licht der Weihnacht betrachten und dabei wie alle Jahre singen:

"Wie soll ich dich empfangen und wie begegne ich dir?" 

- vielleicht mit wahrhaft kindlichem Bewusstsein!

 

 

Fröhliche Weihnachten!

 

 

 

Weitere Ideen und Anregungen zur Gestaltung des Weihnachtsfestes nehme ich gern an. Wer mag, kann mit mir Kontakt aufnehmen:

 

Stephan Bogen

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